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FORTBILDUNGSPROJEKT 15
Raízes do Brasil

2010 bis 2012

 

Erfahrungsbericht & Fotos

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15. Fortbildungsgruppe Raízes do Brasil auf der Burg Waldeck

500 Unterrichtsstunden mit Dudu Tucci 2010-2012

Fortbildung 15 Dudu Tucci

Im Frühjahr 2010 startete die 15. Fortbildungsgruppe Raízes do Brasil unter der Leitung von Dudu Tucci auf der Burg Waldeck, eine Expedition, die uns über acht volle Wochen verteilt über fast drei ganze Jahre zu den Wurzeln, der Gegenwart und die Zukunft afro-brasilianischer Perkussion führen sollte.

Fortbildung 15 Dudu TucciWir durchmaßen die Zeit mit Congas, Alfaias, Surdos, Pandeiros, Tamborims, Birimbaus, Caixas, Repis, Shekeres, Agogos und Glocken, morgens, nachmittags, abends, montags bis sonntags, Frühling, Sommer, Herbst und Winter, von den präkonolialen Zeiten bis zu Rezeption moderner brasilianischer Perkussion in Europa, die Zeit vom Abriss des alten Mohri-Hauses auf der Burg Waldeck bis zur Fertigstellung eines neuen Mohri-Hauses.

Die Abgeschiedenheit der Burg Waldeck - nur mit Mühen per Handy und Internet erreichbar, fernab aller touristisch gastronomischen Folklore - war für uns eine optimale Plattform für unsere Experimente, intensive Kooperation und Besinnung. Burg Waldeck steht auch für andere Back-to-the-Roots-Bewegungen, für den Wandervogel und die Augklärungspädagogik der zwanziger Jahre, vom Nerother Wandervogel und Rabindranath Tagore über die leidvolle Erfahrung der Unterdrückung im Faschismus bis hin zur Wiederbelebung einer fortschrittlichen deutsche Liedtradition durch legendäre Festivals in den sechziger Jahren. In der Abgelegenheit des Hunsrück drehte auch Edgar Reitz 1980-1984 sein legendäres 11teiliges Filmepos, das das Konzept Heimat auslotet.

Fortbildung 15 Dudu TucciUnsere Reise mit Dudu Tucci führte uns zu den Wurzeln perkussiver Musik im Kongo, in Westafrika, im arabischen Nordafrika, aber auch zu den Traditionen europäischer Marschmusik und denen südarmerikanischer Ureinwohner.

Unser Reiseleiter, Dudu Tucci, der in den letzten Jahrzehnten zur Hebung dieses Schatzes perkussiver Musik aus den Zeiten vor einer schriftlichen Notation für den europäischen Kulturkreis entscheidend beigetragen hat, stand uns während 368 Übungsstunden mit seinem trommeltechnischen Savoir Faire, seiner langjährigen rhythmuspädagogischen Erfahrung und seinem Wissensfundus über die historischen und mythologischen Wurzeln einer jahrhundertealten ungeschriebenen Geschichte des Trommelns zur Seite.

Unsere Expeditionen führten uns zu den Fons und Yerubas Westafrikas, den Bantus im Kongo entlang der Wege des Sklavenhandels über die Karibik zu den geheimen Königreichen und Quilombos Brasiliens, dem Sambodrom von Rio, den Blocos Afros in Salvdor da Bahia, zum Maracatu in Recife, den Rhythmen des Nordosten Brasiliens, zur Musica Popular Brasileira, zu modernen Formen des Funk und den brasilianischen Einflüssen auf die Jazz- und Popmusik in Nordamerika.

Fortbildung 15 Dudu Tucci

Es war eine Reise voll abenteuerlicher Erzählungen von afrikanischen Orishas und portugiesisch-katholisch geprägten Synkretismus, von überraschenden Wendungen, Geschichten von Weißen, Schwarzen und Indianer, von Sklaven und Unterdrückern, von Revolten und untergegangenen Königreichen, von Erzählern, Griots, von großen Stars und Erneueren, von Wiederentdeckern der Ursprünglichkeit.

Die Waldeck steht für ganz  unterschiedliche Formen des Verbundenseins, für verwandte und doch sehr spezifische Konzepte wie Heimat und Saudade, für Heim- und Fernweh, für den Wunsch der Rückkehr an die Quellen der Ursprünglichkeit und den Wunsch irgendwo anzukommen. Wir danken dem Team von Burg Waldeck, Happy Freund und seiner Familie, für seine ruhige und unaufgeregte Art, uns einen Platz für unsere Reise zur Verfügung zu stellen.

Wir danken auch den vielen Helfern in einer schwierigen Zeit des Übergangs vom Zivildienst als Zwangsveranstaltung und des Findens neuer Formen wie dem Bundesfreiwilligendienst. Last not least gilt unserer Dank der Schiffsköchin Maria, die uns immer wieder mit ihren Kreationen verzauberte und so wesentlich dazu beigetragen hat, dass wir uns um nichts kümmern mussten und unsere Seele baumeln lassen konnten.

Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele. (Pablo Picasso) Trommeln wäscht das Blut und den Schweiß von einem menschlichen Körper, der durch Jahrhunderte der Unterdrückung und Ausbeutung gegangen ist.

Die Crew des 16. Fortbildungsprojektes ist bereits im Frührjahr 2012 gestartet, und erfahrungswillige Teilnehmer können noch anheuern.

Michael Flascha - August 2012

Fortbildung 15

 

>> weitere Bilder von der ersten Woche

Text & Fotos Fotos Michal Flascha, stadt.land.fluss

1. Woche: 12.04. - 18.04.2010
2. Woche: 20.09. - 26.09.2010
3. Woche: 21.02. - 27.02.2011
4. Woche: 11.07. - 17.07.2011
5. Woche: 24.10. - 31.10.2011
6. Woche: 27.02. - 04.03.2012
7. Woche: 04.06. - 10.06.2012
8. Woche: 27.08. - 02.09.2012